Am Sonnabend konnte die Chemnitzer Wölfe Staffel in Bayern ihren zweiten Auswärtssieg feiern. Leicht optimistisch reisten wir Sachsen in den riesigen Nachbarfreistaat und überzeugten mit ausgezeichneten boxerischen Leistungen in der Ejadonhalle. Ligakonkurrent Straubing konnte sportlich auf Augenhöhe mit boxen, alle Kampfpaarungen waren heiß umkämpft. Viel Prominenz war am Boxring, ob ehemalige erfolgreiche Faustkämpfer, ob Politiker aller Ebenen bis hin zum bayrischen Kabinett. Einfach würdevoll und hochrangig, dazu passten die Boxvergleiche „wie die Faust aufs Auge“!

Nach dem sportlich umkämpften Hinkampf (13:11) am 3.2. im Sportcenter am Stadtpark in Chemnitz, wollten die Bayern gern Revanche nehmen, laut dem Ringsprecher bei der Teamvorstellung. Zur Pause hatte sich Chemnitz mit drei Siegen zu einer Niederlage bestens verkauft. Ein bayrischer Fan gab seine Meinung kund, „wo habt ihr nur solche starken Jungs her“. Es lief auch wie am Schnürchen. In der 2. Halbzeit stachen erneut drei Sachsenasse. Selbst das verloren gegangene Schwergewicht war eine Ringschlacht schlechthin. Was jedoch im Superschwergewicht noch passierte, brachte die Halle zum Kochen.

Details: der Leipziger Alik Aloyan konnte knapp und verdient den Auftaktkampf gegen Veljko Gligoric gewinnen. Von beiden Kämpfern im Ring eine solide Leistung, die langen Händen mit den vielen klaren Treffern machte der Sachse. Albert Wasilew, sein mitgereister Betreuer war zufrieden. Unser Gastboxer aus Villingen-Schwenningen Kevin Kischenko offenbarte seine gigantische Entwicklung im gesamten Ligaverlauf. Welche prima boxerische Qualität des Youngsters. Heimtrainer Vitali Tarassow zeigte sich total glücklich. Wieder im WÖLFE Team unser Vogtländer Jan Ualikhanov. Heimtrainer Frank Süß forderte viel und dies brachte den klaren Sieg. Im Limit bis 69 kg ging es dann knapp zu. Der kämpferisch vor Siegeswille überlaufende Muzamiru Kakande musste großen Wiederstand brechen, konnte jedoch nicht verhindern sehr viele Treffer selbst zu kassieren.

Nach der Pause folgte ein Rahmenkampf im weiblichen Bereich, der sehr umkämpft war. Nun ging es mit den Bundesliga Wertungskämpfen weiter. Heidelbergs Stützpunktboxer im Mittelgewicht traten gegeneinander an. Die strategisch- taktische Meisterleistung von Stepan Nikitin in allen drei Runden, lies nur einen überzeugten Sieger zu, Punkt für Chemnitz. Das war ganz großer Boxsport. Die Straubinger hatten sich im Halbschwergewicht neu aufgestellt. Der Sachsenboxer Artjom Kasparian hatte in Runde 1 große Gegenwehr. Ab Runde 2 konnte Nikola Stevanovic jedoch das hohe Tempo und den Druck nicht mehr so konsequent parieren. In Runde 3 verschärfte unser Gastkämpfer aus Rotterdam nochmals sein hohes Tempo. Artjom bleibt in der gesamten Saison nun ungeschlagen. Der Auswärtssieg für uns Chemnitzer BOX- WÖLFE war nun bereits perfekt. Anatolij Popp aus Bayern ist der erfahrene Favorit im Schwergewicht. Welchen Kampfgeist jedoch Nino Kolicic aufbot, brachte fast noch eine Überraschung. Anerkennung pur dem jungen Nino für diesen heldenhaften Einsatz. Nun kam es im letzten Ligakampf für die Saison zu einer Revanche. Niko Malsam konnte in Chemnitz gegen unseren hochgewachsenen Stanley Koemans den Ring als Sieger verlassen. Genauso startete er in das mit Spannung erwartete Gefecht. Stanley hatte sich viel vorgenommen und kämpfte sich von Minute zu Minute nach vorn. Bereits in Runde 2 wendete sich das Blatt. Was jedoch in Runde 3 noch von dem „Riesen“ Koemans an Energie und Einsatz frei geschalten wurde, war 100% überzeugend. Die Urteilsverkündung durch den Ringsprecher wurde mit viel Respekt und Freude vernommen. Dem amtierenden neutralen Kampfgericht gebührt viel Achtung. Die Chemnitzer Siege mit Aloyan, Kischenko, Ualikhanov, Nikitin, Kasparian und Koemans überzeugte die mitgereisten Fans um WÖLFE Präsident Wolfgang Koß.

FAZIT: Eine äußerst spannende und sportlich hochwertige Box- Bundesligasaison. Leider fehlten einige Athleten vom Chemnitzer Stützpunkt, wie die fest geplanten Manuel Jorde, Tom Schröter Schumann oder Tim Fröhlich. Mit den Altmeistern Ronny Beblik und Philipp Gruner waren weitere interne Sorgen aufgetreten, wie Verletzung und Krankheit.

Die Freude ist riesig, wie sportlich und einsatzbereit unser Team Platz 2 in der Gruppe Süd verteidigt hat.

Nach dem Sieg ist vor dem Sieg! Nun heißt sehr schnell aktiv werden und vieles neu und solide vorbereiten, damit die Liga in Chemnitz nicht nach 27 Jahren verloren geht. Unser ganzer Dank gehört den Sportfreunden um Vitali Tarassow und Oliver Vlcek, die uns mit ihren Kämpfern aus ganz Baden- Württemberg tatkräftig und hilfreich-zuverlässig zur Seite standen. Den Freunden aus Holland um Hennie van Bemmel sowie allen sächsischen Vereinen gebührt ganz großes Lob und besten Dank für die erlebten Hilfen und Unterstützungen.

Wir Chemnitzer BOX- WÖLFE planen und zimmern zudem an der Fortsetzung unseres Städtepartnerbox- und Sachsens Traditionsturnieres, dem 27. Internationalen Chemnitzer Boxturnier. Planungszeitraum 21.-23. September 2018. Da brauchen wir noch viel Kraft und langen Atem, um dies zu beschließen und dann zu erleben.

Olaf Leib – Manager / Landestrainer

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