Es ist das mittlerweile größte Frauenboxturnier weltweit mit über 500 Sportlerinnen aus 30 Nationen.
Und da kurzentschlossene besser reisen, ging es für eine kleine sächsische Delegation in den frühen Morgenstunden des Donnerstages per Kleinbus nach Schweden.
Ein kleines, aber entschlossenes Team, mit der Überzeugung beim Golden Girls Cup das ein oder andere Mal auf dem Treppchen zu landen.
Das Team bestand aus den Sportlerinnen Aleksandra Gogolewska und Helene Lehmann (beide BC Radeburg), Freya Rosenkranz (BC Döbeln) und Paula Mickan (Atlas Leipzig). Zudem begleiteten sie die beiden Trainer Torsten Müller und Erik Behnke, die unterstützt wurden von Monique Mickan.
Am Freitagabend trat Aleksandra Gogolewska spät in den Ring und gleich mit einem Paukenschlag.
Aleksandra trat gegen die amtierende U23 Europameisterin und spätere Gewinnerin des Turniers aus Frankfurt an. Im Schlagabtausch haben beide Seiten getroffen, doch jedes Mal wurde Aleksandra angezählt. Ob es immer Wirkungstreffer waren, weiß wahrscheinlich nicht mal der Referee. Zumindest hatte teilweise Aleksandra nichts davon gemerkt. RSC-Runde 2. Puuh, ein Paukenschlag und somit gleich eine Standortbestimmung was uns erwarten würde.
Die Sinne waren somit spätestens ab jetzt im gesamten Team geschärft.
Im Halbfinale am Samstag standen nun unsere anderen drei sächsischen Mädels.
Den Anfang machte Paula Mickan in der Klasse bis 46 kg gegen die kleine Norwegerin. Sehr konzentriert konnte die Gegnerin mit langen geraden Händen immer wieder auf Distanz gehalten werden. So dass ein Punktsieg nie gefährdet war.
Die gut eingestellte Freya Rosenkranz konnte durch eine stabile Leistung gegen ihre spanische Kontrahentin ebenso den Einzug in das Finale feiern.
Den Abschluss des Tages machte Helene Lehmann aus Radeburg. Sie konnte ihre Gegnerin mit langen Geraden auf Distanz halten. Die Schnelligkeit und Aktionsdichte brachte die Gegnerin vor zu große Herausforderungen. Somit brach der Referee den Kampf ab. Sieg durch RSC in Runde 1.
Somit beendeten wir den Samstag mit tollem Erfolg. Alle drei Mädels im Finale. Wir waren wieder in der Spur!
Sonntag. Letzter Tag. Finale.
Anspannung aber auch der Ehrgeiz war riesengroß.
Als erste von drei Sächsinnen stieg Freya Rosenkranz in den Ring. Sie hatte die U15 Europameisterin aus England vor sich, und hinter sich die gesamte Engländer Fangemeinde die lautstark Ihre Sportlerin unterstützte. Nichts ist schöner, als alle gegen sich zu haben!
Freya hatte mit Herz einen starken Kampf geliefert. Die erste Runde war zwar weg, die 2. Runde allerdings eindeutig gewonnen. Die letzte Runde war denkbar knapp, so dass diese Runde niemand hätte entscheiden wollte. Am Ende ging die 3. Runde mit 2:1 Richterstimmen an die Engländerin. Schade, aber Freya hatte sich ebenbürtig gegen eine starke Gegnerin gestellt.
Nur kurzer Ringwechsel und da war auch schon Paula gegen ebenfalls eine Engländerin im Finalring gefordert.
Wie schon im Halbfinale begann Paula konzentriert und lies keine Treffer zu. Dagegen konnte Paula mit Körper-Kopf Aktionen immer wieder gezielte Treffer setzen. In Runde drei erhöhte die Leipzigerin das Tempo noch einmal und sicherte sich so souverän den Turniersieg.
Den letzten Kampf bestreitet Helene gegen eine Schwedin. Sie dominierte alle drei Runden mit höherer Aktivität und eindeutigen Treffern sowohl im Vorwärts – als auch Rückwärtsgang. Sie konnte somit das Finale eindeutig für sich entscheiden und holte Gold.
Direkt im Anschluss saßen wir bereits im Bus und traten voller Stolz die Rückreise nach Deutschland an. Die Fahrt endete teilweise Montag früh 4 Uhr nach einem langen Wochenende – doch es hat sich gelohnt.
Fazit:
Dieses Turnier ist eine wahnsinnige Erfahrung für unsere Sportlerinnen, ob jung/alt, Erfahren oder unerfahren.
Wir konnten mit vier Mädels 2 Goldmedaillen und eine Silbermedaille nach Sachsen holen
Das sächsische Team hat wunderbar zusammengearbeitet und ist eine großartige Gemeinschaft geworden.

